Aktuelles

19.02.2019

Rückblick: Science Fiction im Museum der Arbeit

Autor: Lars Schmeink

Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus? Wie funktioniert die Automatisierung von Jobs? Und wie gehen wir damit um? Um diese und weitere Fragen ging es am vergangenen Montag im Museum der Arbeit, wo ich mit meinem HOOU Projekt „SciFiVisions“ zu Gast war. Im Rahmenprogramm der Ausstellung “Out of Office – Wenn Roboter und KI für uns arbeiten“ des Museums der Arbeit, die in Zusammenarbeit mit dem Bucerius Lab der ZEIT-Stiftung entstanden ist, durfte ich für einen Themenabend zur „Science Fiction“ das Programm gestalten.

Die Eröffnung des Abends übernahm Daniel Opper vom Bucerius Lab, der noch mal die Schwierigkeit der Ausstellungsmacher herausstellte, sich Zukunftsvisionen auf eine verlässliche und wissenschaftliche fundierte Weise zu nähern. Denn Spekulationen über Zukünftiges sind im Rahmen etwa der Sozialwissenschaft nur schwer umzusetzen und waren somit nur über Umwege in die Gestaltung der Ausstellung eingeflossen. Die Science Fiction (SF), mit ihren „Was wäre wenn…“ Gedankenspielen machte es den Kuratoren möglich, dennoch Fragen über das Morgen aufzuwerfen und erste Antworten zu erörtern. In der Ausstellung findet die SF beispielsweise in einen kleinen Kinoraum statt, in dem Zukunftsvisionen wie die im HOOU Projekt besprochenen gezeigt werden.

Dr. Lars Schmeink von “SciFiVisions” zu Gast im Museum der Arbeit. Quelle: Daniel Opper (CC-BY-SA)

Entsprechend vorbereitet war das Publikum an diesem Abend und konnte aktiv an der Diskussion teilhaben. Meine Zielsetzung, wie auch im Projekt formuliert, war es einen möglichst interaktiven Abend zu gestalten und zum Nachdenken über Zukunft anzuregen. Dazu haben wir zuerst einmal die verschiedenen Arten der Science Fiction und deren Potential diskutiert, uns tatsächlich Wissenswertes über unsere Gegenwart zu präsentieren. Die SF wirkt dabei als Reflexionsfläche auf die wir als Gesellschaft unsere Ängste und Wünsche projizieren und die waren im Museum dank der tollen Ausstellung ja allen präsent. So konnten wir dann auch gemeinsam schnell zu Beispielen der SF übergehen, in denen es um KI und Automatisierung ging. Ein Ausschnitt aus Robot & Frank etwa förderte eine Diskussion um den Umgang mit KI heraus – darf ein Roboter uns anlügen, um uns zu beschützen? „Das will ich von meinem Arzt ja auch,“ rief eine Dame in die Runde … der Vergleich ist passend, schließlich wird in der SF immer wieder auf die Überlegenheit von KI hingewiesen.

Dr. Lars Schmeink diskutiert einen Ausschnitt aus Robot & Frank im Museum der Arbeit. Quelle: Daniel Opper (CC-BY-SA)

Die Diskussion streifte noch viele Punkte, kreiste etwa um Fragen, welche Tätigkeiten uns die Automatisierung bereits heute abgenommen hat und welche Berufe wir in Zukunft nicht mehr selber ausüben werden. Aber es ging auch um die Frage, wie wir mit sich ihrer selbst bewussten Robotern umgehen würden – ein Punkt, der am Beispiel von heutigen „Beziehungen“ zu Roomba-Robotern fröhlich besprochen wurde. „Bei uns heißt der Luigi“, sagte eine Dame und fand, dass es leichter sei mit dem Gerät umzugehen, wenn es einen Namen hätte. Welche Konsequenzen solche Anthropomorphisierungen haben, konnten dann auch Filmbeispiele wie Wall-E oder Ex Machina veranschaulichen. Insgesamt haben wir 90 Minuten diskutiert und viele Aspekte der Automatisierung im Arbeitsalltag angeschnitten. Mit der Empfehlung dreier SF-Filme zum „Weiterschauen“ (Blade Runner, Ex Machina, und Elysium) habe ich mich verabschiedet und bin begeistert von der anregenden und für alle so angenehmen Atmosphäre der Veranstaltung. An diesem Abend ist für mich einmal mehr klar geworden, welch positive Impulse die HOOU mit ihren Inhalten zu setzen vermag, wenn wir nur ein interessiertes Publikum zu erreichen in der Lage sind.

Videointerview Digital Kindergarten: 3 Fragen an Medien- und Literaturwissenschaftler Dr. Lars Schmeink

Weitere Informationen unter:

https://scifivisions.rz.tuhh.de

Science Fiction Visions – ein Projekt der Hamburg Open Online University. Quelle: SciFiVisions / HOOU (CC-BY-SA)

teilen