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Die Lern- und Lehrplattform “WohnWissen” macht Wissen über beispielgebende Formen und Praktiken kollektiven Bauens und Wohnens verfügbar.

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Zusammenfassung

“WohnWissen” beschäftigt sich mit beispielgebenden Formen und Praktiken kollektiven Bauens und Wohnens. Als Lern- und Lehrplattform macht “WohnWissen” Wissen über gemeinschaftliches Bauen und Wohnen verfügbar. Noch wichtiger: “WohnWissen” lädt dazu ein, neues Wissen zu erarbeiten. Denn die Nutzer:innen können durch immer neue (An-)Ordnungen unterschiedlicher Materialien bereits bekannte Projekte rekonstruieren, unerwartete Verknüpfungen herstellen und vor allem Übersetzungen zwischen Wissensbeständen und -formaten erarbeiten. “WohnWissen” ist damit ein für alle öffentlich zugänglicher Wissensspeicher, der zudem durch Seminarteilnehmer:innen sukzessive erweitert wird. “WohnWissen” weckt Interesse für die Gelingensbedingungen von kollektivem Wohnen und die Anforderungen für deren Umsetzung über einzelne lokale (z.B. kommunale oder nationale) Rechtsräume hinweg.

Mit dem Begriff “WohnWissen” bezeichnen wir ein ebenso vielfältiges wie disparates Wissen über Wohnen: Es ist öffentlich gesteuert und privatwirtschaftlich organisiert, es ist vorwiegend disziplinär und beruht auf der Erfahrung gesellschaftlicher Teilhabe oder Exklusion. Zudem strukturieren nationale wie lokale Rahmenbedingungen WohnWissen. Die Perspektive WohnWissen erlaubt es, diesen „Komplex von Repräsentationen und Diskursverschränkungen“ in den Blick zu nehmen, und zu untersuchen, wie „Zuschreibungen, Anforderungen und Begehrensstrukturen von Subjekten bzw. Subjektformen und ihre sozialen Positionen im Feld des Häuslichen und Domiziliaren aufeinander“ bezogen werden (Nierhaus 2014, S. 19). Die unterschiedlichen Wissensbestände und -formate kommen im „Zeigesystem“ (ebd. 2014, S. 23) WohnWissen in der Regel nur mit Komplexitätsverlust zueinander und führen nur vereinzelt zu gesellschaftlich nachhaltigen Modellen des Bauens und Wohnens. Die Intention von “WohnWissen” ist insofern, bestehende Wissensbestände des Wohnens in ihren Wirkungsgefügen zugänglich zu machen, mit dem Ziel, eine Öffentlichkeit für zukunftsweisende Modelle des kollektiven Bauens und Wohnens zu schaffen. So sollen die jeweiligen kontext- und zeitspezifischen Vorstellungen von Wohngemeinnützigkeit untersucht, wie auch ihre Reichweiten und Grenzen ausgelotet werden.

WohnWissen verschiebt dabei die Perspektive von der Behauptung etwaiger Wissenslücken zwischen gesellschaftlich gesetzten Zielen und deren Realisierung auf die Bearbeitung fehlenden Wissenstransfers. Die These, die diesem Vorgehen zugrunde liegt ist, dass es nicht mehr Wissen über Prozesse des kollektiven Bauens und Wohnens braucht, sondern einen Raum, der dieses WohnWissen auch über lokale und nationale strukturierende Grenzen hinaus produktiv miteinander in Austausch bringt. Dies ist vorrangige Aufgabe der WohnWissen-Plattform.

Die digitale Lernplattform „WohnWissen“ ist ein Experiment des differenzierten Austauschs zwischen unterschiedlichen Fachperspektiven - Urban Design, Europäische Ethnologie, Architektur, Soziologie und Geschichte. Ein Experiment, das mit einem Übersetzungs-Modell das Ziel verfolgt, einen systematischen und langfristigen inter- bzw. transdisziplinären Austausch von WohnWissen in anderen Themenbereichen städtischer Vergesellschaftung zu verankern.

Die WohnWissen-Plattform ist als ein öffentlich zugänglicher Bereich [WOHNEN, WISSEN] konzipiert, der mit den Ergebnissen des seminaristischen Lehr- und Lernangebotes [ÜBERSETZEN] den WOHNWISSEN-Bereich kontinuierlich erweitert wird.

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Methodik

Die Fülle und Vielfalt von WohnWissen bringen Lücken mit sich, die zwischen den einzelnen Handlungslogiken der Akteur:innen, den damit einhergehenden Praxiszusammenhängen und auch Wissensformaten bestehen. Die Plattform “WohnWissen” macht diese Lücken nicht nur untersuchbar, indem sie den Praxiszusammenhängen nachgeht, in denen sich dieses WohnWissen materialisiert. Sie regt dazu an, WohnWissen in der individuellen Nutzung oder universitären Lehre übersetzbar zu machen. Alle am gemeinschaftlichen Bauen und Wohnen beteiligten Akteur:innen verfügen über WohnWissen, das den jeweiligen Handlungslogiken entspricht bzw. in den jeweiligen Praxiszusammenhängen entsteht, artikuliert und vermittelt wird. Wie aber kommen diese ganz unterschiedlichen Formen von vorhandenem WohnWissen miteinander in Kontakt? Das Seminar regt dazu an, sich über diese unterschiedlichen Formate von WohnWissen klar zu werden und Wege zu finden, wie diese in Austausch gebracht werden können. So werden, anhand von verschiedenen "Takes" Themenschwerpunkte recherchiert, bearbeitet und übersetzt. Es wird Material erarbeitet, welches über die WohnWissen-Plattform veröffentlicht und so wiederum anderen Nutzer:innen zur Verfügung gestellt wird.

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Lernziele

Die Plattform WohnWissen zeigt eines ganz deutlich: Es braucht nicht mehr Wissen, sondern die unterschiedlichen Wissensbestände müssen besser miteinander ins Spiel kommen, um gemeinschaftliches Wohnen und Bauen mit den Anforderungen heutiger und zukünftiger Gesellschaften zu vereinbaren. Wie lassen sich die unterschiedlichen Akteur:innen, die über dieses WohnWissen verfügen, und die vielfältigen Wissensformate miteinander verknüpfen?

Bewohner:innen gemeinschaftlicher Wohnprojekte wissen im Laufe der Zeit, wie sie am besten miteinander gemeinsam wohnen, Architekt:innen wissen, wie sie Vorstellungen und Wünsche gemeinschaftlichen Wohnens in Entwürfe übersetzen können und, dass diese in der Realisierung den lokalen Gegebenheiten angepasst werden müssen. Wohnbauträger wissen um die Wirtschaftlichkeit von Bauprojekten für Gemeinschaften. Die städtische Administration weiß, welche Versprechen der Politik auf leistbaren Wohnraum und gemeinschaftliches Wohnen und Bauen realisierbar sind - und welche nicht. Diese individuellen Wissensbestände sind sowohl erfahrungsbasiert, wie sie sich auch explizit in Form von Plänen, rechtlichen Grundlagen, Bauanträgen, bürokratischen Vorgängen oder auch Medienberichterstattung materialisieren. Im Alltag treffen Sie durchaus aufeinander, ohne jedoch immer auch in einen produktiven Austausch miteinander zu kommen. Denn die jeweiligen Interessen der verschiedenen Akteur:innen divergieren und die Wissensformate sind nicht kompatibel. Von diesen Lücken und Brüchen geht die Plattform WohnWissen aus, um sie zu füllen, nach Übersetzungsmöglichkeiten zu suchen, auch mit dem Ziel, den Austausch der beteiligten Akteur:innen in den Prozessen flüssiger gestalten zu wollen. Ziel des Lehrangebotes ist es also vorhandenes Wissen durch die WohnWissen-Plattform zu verknüpfen und zugänglich zu machen.

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Veröffentlicht am February 21, 2022

Deutsch
Hannah Strickrott, Bernd Kniess

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