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02.06.2020
sarahthomas

EDDi – Epidemic Disease Detective

Als das Team um Prof. Dr. Ralf Reintjes und Juliane Bönecke 2019 den Antrag für ihr Projekt Epidemic Disease Detective stellten, hätte niemand gedacht, dass wir es schon so bald mit einer Pandemie zu tun bekommen würden. Aber schon damals war klar: die frühzeitige Erkennung und Eindämmung von Krankheitsausbrüchen ist ein wichtiges und relevantes Thema, da Infektionserreger immer wieder Seuchen auslösen, die Tausende bedrohen und sich durch die verbesserte Mobilität in unserer globalisierten Welt stärker verbreiten. Hinzu kommen zunehmende Klima- und Lebensraumveränderungen sowie die zu beobachtende Entwicklung von Behandlungsresistenzen.

Die Projektverantwortlichen entwickeln derzeit gemeinsam mit dem GamesLab der HAW Hamburg und einem vierköpfigen Game-Development-Team anhand bestehender Fallszenarien ein Serious Game, in welchem epidemiologische Grundprinzipien und Praktiken angewandt werden sollen und die Herausforderungen der öffentlichen Gesundheitsarbeit erfahrbar werden.

Aufgabe der Spielenden ist es einen Krankheitsausbruch mithilfe epidemiologischer Methoden zu untersuchen, die Quelle des Ausbruchs zu identifizieren und geeignete Maßnahmen und Kommunikationsstrategien zur Eindämmung der Infektionskrankheit zu verfolgen. Mithilfe von Informationen, die den Spielenden nach und nach im Spiel zur Verfügung gestellt werden, müssen zeitkritische Entscheidungen gefällt werden. Es gibt aber auch den Raum, Fehler zu machen, die in der Realität mitunter lebensbedrohliche Folgen haben könnten. Dabei unterstützt der Charakter des Serious Games das interaktive Erlernen wichtiger Entscheidungsfindungen und Handlungsschritte der realen Lebenswelt, theoretisches Wissen und praktische Erfahrungen werden selbständig verknüpft und die Wichtigkeit von interdisziplinärer Zusammenarbeit erfahrbar.

Die OER richtet sich primär an Lernende aus den Gesundheits- und Versorgungsprofessionen, die eine wichtige Rolle in der Untersuchung und Eindämmung von Krankheitsausbrüchen spielen, aber auch an Menschen, die ein Grundverständnis der Krankheitslehre mitbringen und das Handwerk der Infektionsepidemiologie spielerisch kennenlernen möchten. Die Verbindung von innovativen Gaming-Technologien mit praxisorientierten Lernkonzepten der Infektionsforschung und -epidemiologie schafft einen realen und zudem spannenden Bezugsrahmen in einem sicheren Lernumfeld. Dafür werden neben dem Lernszenario und entsprechenden Referenzmaterialien auch der Spiel-Code und ein Nutzungsleitfaden unter offener Lizenz zur Verfügung gestellt.

Bei der Erarbeitung und Erprobung setzt das Produktionsteam auf ein länder- und disziplinübergreifendes Vorgehen. So werden neben Expert*innen und Lernenden der Fakultät Life Science und der Fakultät Design, Medien, Information auch das Team der Infektionsepidemiologie des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin und die University of Tampere in die Entstehung der Materialien involviert sein. Die Akteure erhoffen sich neben der Möglichkeit zum Erfahrungs- und Wissensaustausch auch den Aufbau langfristiger Kooperationen und die Entwicklung innovativer Konzepte zur Vermittlung von epidemiologischem Fachwissen.

Wer mehr zu diesem Projekt erfahren möchte und/oder mit den Expert*innen ins Gespräch kommen möchte, ist herzlich willkommen bei unserem AfterwOERk am 18. Juni. Zur Anmeldung geht es hier.

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