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14.09.2020
HOOU

Corona und die Hamburger Hochschule

Der digitale Wandel hat an den Hochschulen zu tiefgreifenden Veränderungsprozesse bei der Organisation und der Durchführung von Lehre, Forschung und Verwaltung geführt. Die damit einhergehende Bereitschaft der Hochschulen, diesen Wandel zu gestalten, wurde durch die Corona-Pandemie allerdings nochmals auf die Probe gestellt. Durch den Lock-Down am 18. März 2020 sahen sich die Hochschulen mit einer ihnen unbekannten Situation konfrontiert, die es mit digitalen Lösungen zu bewerkstelligen galt.

Wie wohl an allen Bildungseinrichtungen hat der Lock-Down und die damit verbundene Schließung der Hochschulen auch an den Hamburger Hochschulen einen fundamentalen Einfluss auf die Lehre verursacht. Was hat sich seitdem verändert? Welche Erfahrungen haben die Hamburger Hochschulen gemacht und was bedeutet Corona mit Blick auf das Thema Digitalisierung für die Hamburger Hochschulen? Diese Fragen haben wir uns gestellt und dabei immer den Blick auf den Hamburger Hochschulverbund gehabt – den Blick der Hamburg Open Online University.

Aktivitäten der Hamburg Open Online University (HOOU) in Zeiten von Corona – Ein erstes Recap

Hochschulübergreifend bestand der Anspruch, die Lehre im Sommersemester 2020 trotz der Einschränkungen und der unklaren zeitlichen Komponente soweit als möglich aufrecht zu erhalten.  Das bedeutete zum einen, digitale Online-Formate zu entwickeln, um den Studierenden die Teilhabe auf digitalem Weg zu ermöglichen. Das bedeutete aber zudem, die entsprechen infrastrukturellen Maßnahmen zu ergreifen, um die Entwicklung und Umsetzung dieser virtuellen Veranstaltungen überhaupt zu ermöglichen. Die HOOU konnte einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, diese beiden Herausforderungen zu bewältigen.

Die HOOU als Unterstützer und Ermöglicher

Einige der bereits entwickelten HOOU-Lernangebote wurden in die grundständige Lehre überführt und hier entsprechend anerkannt. Damit standen kurzerhand digitale Lernangebote zur Verfügung, die die Studierenden online nutzen konnten. Darüber hinaus konnten die Hamburger Hochschulen auf eine Vielzahl bereits bestehender technischer Tools und Anwendungen zurückgreifen, die bereits in den offen konzipierten Experimentierfeldern der HOOU erprobt wurden.

Über die vergangenen Jahre hat die HOOU hochschulübergreifende Service-, Qualifizierungs-, Beratungs- und Informationsangebote etabliert. Die Nachfrage dieser Angebote sowie insbesondere der Bedarf an Videoaufzeichnungstechnik und der Unterstützung bei Audio- und Videoproduktionen hat stark zugenommen. Darüber hinaus unterstützen die an den jeweiligen Hochschulen eingesetzten HOOU-Teams die Lehrenden bei der didaktisch und technisch-konzeptionellen Gestaltung digital gestützter Lehr- und Lernveranstaltungen. Schulungen zu den verschiedenen Lernmanagementsystemen, zu Medienproduktion, Datenschutz und Campus Management Systemen halfen den Lehrenden dabei, diese auf digitale Lehre ausgerichteten didaktischen Konzepte umsetzten zu können. Gerade hier konnten die Hochschulen auf die langjährige Expertise im Aufbau einer offenen IT-Infrastruktur, im Bereich des Datenschutzes, in der Mediendidaktik und der -produktion der HOOU zurückgreifen.

Über die Unterstützung durch Support, Beratung und IT hat sich die HOOU auch durch eine Co-Finanzierung daran beteiligt, kurzfristig erforderliche, aber auch für die Zukunft nunmehr bereitstehende IT-Infrastrukturen für die digitale Lehre zu fördern.

Screenshot: Eine Gesprächsrunde auf Jitsi
Commune Prem Krishnamurthy im Gespräch mit Laura Kurgan und American Artist am 17. Juni 2020

Das HOOU-Netzwerk als Schlüssel zur Koordinierung und Kommunikation

Bei Allem wurde eines sehr deutlich: Digitalisierung ist ein wesentlicher Schlüssel, um an diejenigen Lösungen zu gelangen, deren Hochschulen in Zeiten der Pandemie zur Aufrechterhaltung ihrer Lehre und damit aktuellen Herausforderungen so dringend bedürfen.

Bei der Beratung und Begleitung der Lehrenden vielen die durchaus unterschiedlichen Bedarfe und Zielsetzungen auf.  Während die einen selbstständig nach Lösungen suchen und teilweise sogar außerhalb der IT-Strukturen der Hochschulen planen und umsetzen, fragen andere dezidiert nach Handreichungen und konkreten Umsetzungsszenarien. Beide Fälle bestätigten uns in dem Eindruck, dass die Kommunikation über Lösungsmöglichkeiten, aber auch die Vernetzung der Lehrenden für einen Austausch untereinander wichtige Voraussetzungen dafür sind, eine für Studierende erforderliche Einheitlichkeit beim Zugang und bei der Inanspruchnahme des digitalen Lehrangebotes zu erreichen. Dafür haben sich die HOOU-Teams am Diskurs zwischen den zentralen Einrichtungen, wie Rechenzentren, Didaktikzentren, E-Learning-Support-Einrichtungen, Medienproduktion und mit den Lehrenden beteiligt oder diesen orchestriert. Mit Umfragen bei Lehrenden und Studierenden wurden Bedarfe erhoben, die für die digitale Re-Organisation der Lehre von entscheidender Bedeutung waren. Aus den Ergebnissen konnten Handlungsempfehlungen entwickelt werden.

Vernetzung, Austausch und Kooperation über das Netzwerk der HOOU haben damit die Reaktionsgeschwindigkeit der Hochschulen bei der Bewältigung der durch die Pandemie aufgekommenen Bedarfe an digitalen Lösungen wesentlich erhöht.

Nicht zuletzt ergaben sich aus dieser Arbeit auch Rückschlüsse für die Weiterentwicklung der Bildungsplattform der HOOU. Denn letzten Endes ist es ein solcher Fundus aus didaktischen Bedarfen, den Erfahrungen und Vorstellungen von Anwenderinnen und Anwendern, die uns bei der ziel- und zweckorientierte Weiterentwicklung des Gesamtangebotes der Hamburg Open Online University leiten und Orientierung auf dem Weg für die weitere Gestaltung der digitalen Hochschullehre geben. 

Weitere Informationen

Das Spektrum der Aktivitäten der HOOU ist vielschichtiger und bunt und offenbart sich häufig erst bei einem Blick hinter die Kulissen an den beteiligten Hochschulen. Begleiten Sie uns bei unserer Arbeit über unsere Beiträge im Blog der HOOU, unsere Podcasts, den Darstellungen auf unseren Social-Media-Kanälen (Instragram, Twitter, LinkedIn, Facebook), unserem Newsletter oder werden Sie selbst in unsern kollaborativen Lern-Teams zum aktiven Mitgestalter auf unserem Weg durch die Zeit von Corona und darüber hinaus.

Vorschaubild: Projekt Commune; Prem Krishnamurthy im Gespräch mit Laura Kurgan und American Artist am 17. Juni 2020

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